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Informationsvideo zum Projekt (Dauer ~20 Minuten):

https://uni-wuppertal.sciebo.de/s/oVs2k44XNx94HWN

 

Projektbeschreibung:

https://uni-wuppertal.sciebo.de/s/fvj8zklopaxulCi

 

Anmeldeformular:

uni-wuppertal.sciebo.de/s/1OztxTXe0jXcPjs
(Vorgehen: Datei herunterladen, am Computer ausfüllen, per E-Mail an die angegebene Adresse schicken)

 

 

 

Hintergründe und Ziele des Projekts

Kinder mit schwerwiegenden Problemen im Lesen, Rechtschreiben und/oder Rechnen entwickeln nicht selten auch emotionale Probleme (z. B. Ängste, Traurigkeit) und Verhaltensprobleme (z. B. Unruhe, Ablenkbarkeit, Aggressivität). Demnach sollte ein Ansatzpunkt in der Förderung einer Teilleistungsschwäche ebenfalls diese psychosozialen Merkmale adressieren. Doch welche Intervention und Förderung wirkt optimal sowohl auf den Bereich der Leistung als auch auf den Bereich des Verhaltens? Die Beantwortung dieser Frage ist das Ziel des geplanten Forschungsprojekts.                                                          

Aus aktueller Forschung ist bekannt, dass eine Förderung bestmöglich greift, wenn diese

a) in einen theoretischen Rahmen eingebettet ist

b) auf evidenzbasierte Methoden zurückgreift

c) langfristig angelegt ist und

d) Schule und Elternhaus hierbei zusammenarbeiten.

Aufbauen auf diesen vier grundlegenden Aspekten, hat die Bergische Universität Wuppertal in Kooperation mit der Ludwig-Maximilian Universität München, den DRK Kliniken Berlin und der Universität Potsdam ein pädagogisch-therapeutisches Programm entwickelt, das nun in der Praxis evaluiert werden soll. 

 

Wie ist das Projekt aufgebaut?

Das Projekt beginnt im ersten Halbjahr der 3. Schulstufe 2019/20 mit einer Feststellung der Lese- und Rechenleistung sowie der Zahlenverarbeitung. Dieses Screening wird innerhalb von voraussichtlich zwei Schulstunden durch die Universität Wuppertal im Klassenverbund durchgeführt. Das Vorgehen schließt alle Kinder ein und ist ökonomisch in den Schulalltag einzubauen.

Zeigt ein Kind in einem dieser Teilbereiche eine auffällig schwache Leistung, dann werden im nächsten Schritt Lehrkräfte und Eltern gebeten, einen Fragebogen bezüglich möglicher Verhaltensauffälligkeiten auszufüllen. Bei bestehenden Verhaltensproblemen (wie z.B. Aufmerksamkeitsschwierigkeiten, hyperaktiven, ängstlichen oder depressiven Auffälligkeiten) kann das Kind an der vollständigen Intervention (insges. 20 Wochen ab Februar 2020), die drei Bausteine umfasst, teilnehmen.

 

Eingebettet in den präventiven Response-to-Intervention (RTI) Ansatz werden die Zielkinder sowohl von Seiten der Schule als auch von Seiten des Elternhauses gefördert. Dieser Prozess wird begleitet von einem Coach der Universität Wuppertal.

 

I. Das KlasseKinderSpiel

Im ersten Schritt der Intervention wird von der Lehrkraft der Zielkinder das evidenzbasierte KlasseKinderSpiel, bei dem es sich um eine bewährte Methode des Classroom Management handelt, eingeführt. Zu Beginn wird dazu die Klasse in zwei bis drei Teams aufgeteilt und es werden gemeinsame (ggf. bestehende) Klassenregeln diskutiert und festgehalten. Weiterhin wird festgelegt, welche Verhaltensweisen als Fouls gegen diese Regeln verstoßen. Das Spiel findet dann in einem festgelegten Zeitrahmen (zu Beginn nur 10 Minuten) und mehrmals in der Woche statt. Wenn Kinder gegen die Regeln verstoßen, bekommt das gesamte Team einen Punkt. Das Team mit der geringsten Punktezahl gewinnt eine Gruppenbelohnung.                                 

Das KlasseKinderSpiel zeichnet sich als besondere Maßnahme aus, da hierbei die Spielphasen Teil des regulären Unterrichts sind. Der Einsatz dieses Spiels reduziert nachweislich störendes Verhalten im Unterricht und beeinflusst das Klassenklima positiv.          

Die Lehrkraft wird durch eine Kurzfortbildung (2-3 Stunden) in das KlasseKinderSpiel und mögliche praktische Herausforderungen eingeführt. Hierzu werden sämtliche Materialien zur Verfügung gestellt. 

 


II. PC- gestützte Förderung der Teilleistungsschwäche

Die zweite Säule der geplanten Intervention bezieht sich auf die Förderung der zuvor identifizierten Teilleistungsschwäche der Zielkinder. Aufgabe der Kinder ist es, zuhause (oder in der Schule) mehrmals wöchentlich ein Lernspiel am Computer zu spielen. Diese Lernspiele zur Rechenförderung (Calcularis) und zur Rechtschreibförderung (Meister Codi) wurden auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt und fördern jedes Kind adaptiv nach seinen individuellen Ausgangslagen und Lernfortschritten.

Die Lernprogramme werden kostenlos zur Verfügung gestellt und die Kinder und Erziehungspersonen erhalten hierzu eine Einführung durch eine*n Mitarbeiter*in der Universität Wuppertal.

 

 

III. Kooperative Verhaltensmodifikation

Als dritte Säule zur Förderung der Zielkinder wird eine Kooperative Verhaltensmodifikation (KVM) durchgeführt. Ziel ist es, dass Lehrkraft, Schüler*in und (wenn möglich) das Elternhaus gemeinsam unter Begleitung eines Coaches der Projektgruppe das Verhalten des Kindes regelmäßig und positiv zu unterstützen.

Zunächst erarbeiten alle Kooperationspartner*innen zusammen, wie sich die Verhaltensprobleme der Zielkinder äußern. Die folgende Abbildung zeigt die sechs Bausteine, die Inhalte der anschließenden KVM sind.

 

Verhaltensvertrag: Die Beteiligten halten gemeinsam die Absprache zur Kooperation und Umsetzung schriftlich fest.

 

Verhaltensverlaufsdiagnostik: Die Lehrkraft beobachtet während der Schulzeit, ob das zuvor vereinbarte Zielverhalten gezeigt wird. Das Kind beobachtet sein eigenes Verhalten.

 

Direktes Feedback & Feedbackplan: Die Lehrkraft meldet das beobachtete Verhalten unmittelbar nach der Schulstunde kurz an das Kind zurück. Das Kind schätzt sein eigenes Verhalten ein. Beide Beurteilungen werden in einen Feedbackplan eingetragen.

 

Verlaufsfeedback & Verhaltensdiagramm: Verhaltensbeurteilungen der gesamten Woche werden von der Lehrkraft wertschätzend zurückgemeldet und mit dem Kind in ein Verlaufsdiagramm übertragen, auf dem Fortschritte sichtbar werden.

 

Beziehungsarbeit durch Feedback & Belohnung: Die Eltern besprechen mit dem Kind am Ende der Woche die positiven Fortschritte aus der Schule und vergeben (wenn eine zuvor festgelegte Grenze erreicht ist) eine Belohnung. Wenn das Elternhaus an einer Kooperation kein Interesse hat, kann dieser Schritt in der Schule durchgeführt werden.

 

Kooperationsgespräche: Zur Einführung in das Konzept und die damit verbundenen Aufgaben für alle Beteiligten findet ein Kooperationsgespräch unter Anleitung eines*r Projektmitarbeiters*in statt. Anschließende persönliche oder telefonische Coaching Gespräche dienen der Rückmeldung und der Lösung möglicher Problemstellungen.

 

 

Projektablauf

Wenn Sie sich für eine Teilnahme am Kompass Projekt entscheiden, dann findet der Ablauf in folgenden Schritten statt:

 

 

Anonymität und Datenschutz

Wir legen großen Wert auf Transparenz und Datenschutz. Sie haben die Möglichkeit, alle verwendeten Fragebögen in den Wochen vor Projektbeginn einzusehen. Bitte sprechen Sie uns ggf. darauf an. Eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten zur Erfassung der Lese- und Rechenleistung Ihrer Klasse ist zunächst nicht zwingend erforderlich. Im darauffolgenden Schritt, der Verhaltensbeurteilung und der möglicherweise anschließenden Förderung ist eine Einverständniserklärung, sowie die Bereitschaft zur Teilnahme von Seiten der Erziehungsberechtigten dann obligatorisch. Hierzu erhalten Sie von uns einen entsprechenden Vordruck. Unserer Erfahrung nach begrüßen die Erziehungsberechtigten alle Maßnahmen, welche die schulische Leistung und das Verhalten Ihres Kindes unterstützen. Daher ist eine Einverständniserklärung durch die Erziehungsberechtigten in den allermeisten Fällen unproblematisch.

 

 

 

Kosten und Nutzen des Projektes

KOMPASS versteht sich als ein Projekt, welches Kindern einerseits auf Klassen- und individueller Ebene Unterstützung anbietet, andererseits aber auch aussagekräftige Forschungsergebnisse liefern möchte. Da das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) KOMPASS als ein vielversprechendes Konzept erachtet, stehen durch die Förderung des Ministeriums Mittel zur Verfügung, von denen die teilnehmenden Projektschulen profitieren (kostenlose Fortbildungsangebote und Materialen, wissenschaftliche Unterrichtsbegleitung etc.). Auf der anderen Seite müssen sich interessierte Schulen auch darüber bewusst sein, dass ihrerseits Investitionen notwendig sind, damit das Forschungsvorhaben auch entsprechend realisiert werden kann. Im Folgenden findet sich eine Übersicht, welche Kosten und Nutzen auf die Schulen zukommen, wenn sie sich für eine Teilnahme an KOMPASS entscheiden.

 

Investitionen für teilnehmende Schulen und Lehrkräfte

 

Interventionsgruppe

 

Kontrollgruppe

·         Teilnahme an 1 Screening (Schüler*innen) mit der Gesamtklasse (vorrauss. 2x 45 Min.) im September 2019

 

·         Wie Interventionsgruppe

 

·         Befragung (Lehrkräfte) zu den identifizierten leistungsschwachen Schülern*innen (ca. 10 Min. pro Kind) im Oktober 2019

 

·         Wie Interventionsgruppe

 

·         Pretest voraussichtlich im Januar 2020 sowie Posttest im Juni 2020 (Familien & Kinder/ außerhalb der Schulzeit)

 

·         Wie Interventionsgruppe

 

·         Pretest voraussichtlich im Januar 2020 sowie Posttest im Juni 2020 (Familien & Kinder/ außerhalb der Schulzeit)

 

·         Wie Interventionsgruppe

 

·         Teilnahme an 1 Fortbildung (2-3 Stunden) im November 2019

 

·         Entfällt

·         Regelmäßige Durchführung der Online Förderung von Februar bis Juli 2020 4x/Woche à 20 Min. (in der Regel Zuhause)

 

·         Wie Interventionsgruppe

 

·         Regelmäßige Durchführung des KlasseKinderSpiels im Unterricht zwischen
Februar und Juli 2020

 

·         Entfällt

·         Kontinuierliche Verhaltensbeurteilung (4x pro Tag à 15-30 Sek.) zwischen Februar und Juli 2020

 

·         Entfällt

·         Teilnahme an min. 5 Coaching Terminen (Kooperationsgespräche) zwischen Februar und Juni 2020

 

·         Entfällt

·         Kurzbefragungen (Lehrkräfte) zur Implementation

 

·         Entfällt

 

 

Vorteile für teilnehmende Schulen und Lehrkräfte

·         Bei Projekterfolg: Zielkinder profitieren hinsichtlich ihrer schulischen und psychischen Entwicklung, weniger Verhaltensprobleme im Unterricht, verbesserte Kooperation mit Eltern

·         Erhalt einer Fortbildung inkl. aller Materialien zum KlasseKinderSpiel

·         Begleitung des Prozesses einer Kooperativen Verhaltensmodifikation inkl. Coaching (learning on the job) sowie aller Materialien u.a. Modellvideos und onlinebasierter Informationspräsentationen

·         Sie lernen, hochfrequente Verhaltensdaten zu erheben, auszuwerten und zu interpretieren. Diese können sowohl auf Individual- als auch auf Klassenebene zur Unterrichts- und Förderplanung genutzt werden, da sie Entwicklungsverläufe detailliert abbilden.

·         Rückmeldungen zur Entwicklung von Rechen-, Lese-, und Verhaltensproblemen der Zielschüler*innen

·         Nutzung der Fördersoftware im Projektzeitraum, 3-Jahres Schullizenz (Calcularis, Meister Cody- Namagi  und Testcenter) im Gesamtwert von rund 5.900€

 

Zusätzlich tragen Sie durch Ihre Mitarbeit an unserem Teilprojekt dazu bei, das Ziel des Gesamtprojektes (LONDI), einen deutschlandweiten praxistauglichen Online Zugriff zur Information, Diagnostik und Förderung zum Thema der umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (UESF) zu entwickeln und bereitzustellen bei.

 

Wir möchten, dass Sie gut informiert sind! Nehmen Sie jederzeit bei Fragen und Interesse Kontakt mit den Ansprechpartnern*innen der Bergischen Universität Wuppertal auf:

 

Prof. Dr. Christian Huber                               Sina Napiany

chuber{at}uni-wuppertal.de                             napiany{at}uni-wuppertal.de

0202/ 439 1230                                           0202/ 439 1240

0202/ 439 1278 (Sekretariat)

 

 

Kooperationspartner

Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychosomatik und Psychotherapie

Klinikum der Universität München

Nußbaumstr. 5a

80336 München

089 / 440055900

www.kjp.med.uni-muenchen.de/index.php

 

 

Prof. Dr. Michael von Aster

Klinik für  Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Spandauer Damm 130

14050 Berlin

030 / 3035 4545

www.drk-kliniken-berlin.de/westend/