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Partizipation und Anerkennung in Response-To-Intervention (PARTI)

 

Links

Projektbeschreibung: https://uni-wuppertal.sciebo.de/s/9zRNlpCmGBlvpGW

Videopräsentation: https://uni-wuppertal.sciebo.de/s/V8idaryPFHzbVG8

 

Überspitzt formuliert sind Inklusionsmodelle entweder teilhabeorientiert oder evidenzbasiert, aber nicht beides gleichzeitig. Kritik entzündet sich insbesondere am evidenzbasierten Stufenmodell response-to-intervention (RTI), da RTI durch die strikte Trennung von Grundschul- und Sonderpädagogik zu einer Abgabe der Verantwortung für Schüler*innen mit Behinderung führe und somit deren Teilhabe am Unterricht riskiere. Im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation zwischen der Universität Wuppertal und der Universität zu Köln soll im Rahmen dieses Verbundprojektes das RTI- Modell weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt dieser Weiterentwicklung steht die Teilhabeorientierung auf allen Ebenen (Schüler*innen, Regelschullehrkräfte und Sonderpädagog*innen) und der Aufbau von Kooperationsstrukturen. Ziel der Weiterentwicklung ist dabei die Organisation und Schärfung von inklusiven Strukturen in der Schule. 

Im Rahmen des durch den Arbeitsbereich ESE der Universität Wuppertal verantworteten Teilprojekts geht es konkret um die Stufe 2 des RTI-Modells. In enger Kooperation mit dem Arbeitsbereich ESE der Universität zu Köln (Prof. Dr. Thomas Hennemann) soll dabei ein gleichermaßen wirksames und praxisnahes Konzept zur Förderung bei Emotional-sozialen Entwicklungsbeeinträchtigungen in der Grundschule entwickelt, implementiert und evaluiert werden. Das Konzept wird als erfolgreich bewertet, wenn einerseits Schweregrad und Anzahl emotional-sozialer Entwicklungsauffälligkeiten im Projektzeitraum reduziert werden und die Maßnahme andererseits zu keinen zusätzlichen sozialen Ausgrenzungsprozessen führt. Die Studie ist als längsschnittliche Feldstudie an Grundschulen in NRW geplant und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

Hintergrund und Ziele

Schulen stehen seit einigen Jahren vor der enormen Herausforderung inklusive Schulstrukturen in ihren Schulalltag zu implementieren. Dabei haben sie in der Regel nur wenige effektive und tragfähige Modelle, an denen sie sich dabei orientieren können. Ein Modell, das in vielen Bildungssystemen als Orientierungsgrundlage für den Aufbau von inklusiven Strukturen diente, ist das response-to-intervention – Modell (RTI). In der Vergangenheit entzündete sich aber auch Kritik am RTI-Modell, da RTI durch die strikte Trennung von Grundschul- und Sonderpädagogik zu einer Abgabe der Verantwortung für Schüler*innen mit Behinderung führe und somit deren Teilhabe am Unterricht riskiere. Im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation zwischen der Universität Wuppertal und der Universität zu Köln wurde das RTI- Modell im Rahmen dieses Verbundprojektes weiterentwickelt (partizipationsorientiertes RTI-Modell → PARTI). Dieses Modell soll nun im Rahmen eines Forschungsprojektes an Grundschulen implementiert und evaluiert werden.

 

Worin besteht das Prinzip des Projekts

Das Projekt besteht aus zwei Stufen. In der ersten Phase lernen die teilnehmenden Lehrkräfte ein neues Kooperationsmodell kennen, das neue Wege der Fallarbeit bei Schülerinnen und Schülern mit Emotional-sozialen Verhaltensproblemen eröffnet. In der zweiten Stufe lernen die Lehrkräfte grundlegende Techniken kennen, wie sie (kooperativ) Schülerinnen und Schüler mit emotional-sozialen Entwicklungsproblemen fördern können. In beiden Phasen geht es dabei um ein kooperatives Fallmanagement, bei dem Grundschullehrkräfte und Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen gemeinsam Verantwortung für die Unterstützung eines Schülers bzw. einer Schülerin übernehmen. 

 

 

Von wem wird das Projekt durchgeführt?

Das Projekt findet im Rahmen einer Forschungskooperation der Bergischen Universität Wuppertal (Verbundleitung) und der Universität zu Köln statt. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.


An der Bergischen Universität Wuppertal sind beteiligt:

  • Prof. Dr. Cornelia Gräsel
  • Prof. Dr. Michael Grosche (Verbundleiter und Sprecher des Standorts Wuppertal)
  • Prof. Dr. Kathrin Fußangel
  • Prof. Dr. Christian Huber
  • Prof. Dr. Friedrich Linderkamp
  • Timo Lüke
  • Markus Spilles

 

An der Universität zu Köln sind beteiligt:

  • Prof. Dr. Thomas Hennemann
  • Jun.-Prof. Dr. Dr. Kai Kasper
  • Prof. Dr. Johannes König (Sprecher des Standorts Köln)
  • Prof. Dr. Conny Melzer
  • Johanna Krull
  • Katharina Neroznikova
  • Dr. Sarah Strauß

 

Wann ist das Projekt geplant?

Das Projekt würde für die die teilnehmenden Schulen voraussichtlich nach den Sommerferien 2019 starten und vor den Sommerferien 2020 enden.

 

Welche Aufgaben kommen auf die Lehrkräfte zu?

Grundlegende Aufgabe für alle teilnehmenden Lehrkräfte (inkl. Schulleitung, Sonderpädagog*innen und ggf. Schulsozialpädagog*innen) ist die Teilnahme an vier Fortbildungen und die darauf aufbauende Implementation der Fortbildungsinhalte in ihrer Klasse bzw. Schule. Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen. Während in der ersten Projektphase der Aufbau von Kooperationsstrukturen steht, sollen die teilnehmenden Grundschullehrkräfte in der zweiten Projektphase gemeinsam mit einer sonderpädagogischen Lehrkraft die Verhaltensprobleme von mindestens einem Kind ihrer Klasse durch gezielte Classroom-Management-Techniken, kooperative Verhaltensmodifikation, Verhaltensmonitoring und multiprofessionelle Teamarbeit managen. Alle Fortbildungsinhalte sollen dabei unter der wissenschaftlichen Begleitung der beiden Universitäten in die Schulpraxis implementiert werden. Hierzu sind fünf zweistündige Coachings geplant. Parallel zu den beiden Ausbildungs- und Implementationsphasen erfolgen zu ca. 9 Zeitpunkten (davon vier längere) Befragungen der Lehrkräfte und der Schüler*innen.

 

Wie sind die Fortbildungen geplant?

Grundsätzlich wechseln sich in dem Projekt jeweils zwei Fortbildungsphasen (im Februar/März 2019 und im September/November 2019) und zwei gestufte Implementationsphasen (Stufe 1 ab März 2019 und Stufe 2 ab November 2020) ab. Der Umfang der Fortbildungen ist derzeit mit 2 x 2 ca. 6-stündigen Fortbildungen geplant. Für die zweite Qualifikationsphase sind auch Beispielvideos (z.B. zur praxisnahen Umsetzung der kooperativen Verhaltensmodifikation oder zum multiprofessionellen Problemlösen) geplant.  Die Fortbildung wird durch erfahrene Trainer der Heilpädagogischen Akademie (http://www.heilpaedagogische-akademie.de/) sowie der beiden Universitäten vorgenommen.

 

Welche Aufgaben kommen auf die Eltern zu?

Sofern möglich, ist in der zweiten Projektphase ein Einbezug der Eltern von Kindern mit Verhaltensproblemen geplant.

 

Was ist der Gewinn für die teilnehmenden Schulen?

  • Aufbau von inklusiven Kooperationsstrukturen auf Grundlage des RTI-Modells
  • Erlernen von konkreten Techniken zum Fallmanagement bei Verhaltensproblemen auf Grundlage des RTI-Modells
  • Wissenschaftliche Begleitung durch zwei Universitäten

  • Erhalt und Zugang zu Arbeits- und Lernmaterial (z.B. zur kooperativen Verhaltensmodifikation, Verhaltensverlaufsdiagnostik, praxisnahe Beispielvideos)

 

Welche Schulen / Klassen können teilnehmen?

Das Projekt richtet sich an Grundschulen. Grundsätzlich können Klassen der Stufen 2, 3 und 4 teilnehmen. Über eine mögliche Teilnahme der Klassenstufe 1 muss noch entschieden werden. Da das Projekt über einen längeren Zeitraum (voraussichtlich ein Schuljahr) verläuft, ist es sinnvoll und wichtig, dass nicht nur die Schulleitung, sondern auch das gesamte Kollegium das Projekt als sinnvoll erachtet und unterstützt. Folgende Kriterien sollen als erste Orientierung dienen:

  • Die Schule sollte nach Möglichkeit mit 4-6 Klassen am Projekt teilnehmen
  • Die Schule sollte mindestens über zwei Sonderpädagog*innen verfügen
  • Die Schulleitung integriert einen Teil der gemeinsamen Kooperationszeiten in den Stundenplan
  • Das Kollegium unterstützt eindeutig die Teilnahme am Projekt (Kooperationsvertrag)
  • In den Klassen sollen Kinder mit Verhaltensproblemen unterrichtet werden
    (ein diagnostizierter sonderpädagogischer Förderbedarf im Rahmen eines AO-SF ist nicht erforderlich)

 

Untersuchungsgruppe oder Kontrollgruppe?

Grundsätzlich suchen wir Schulen, die (wie oben beschrieben) am Projekt teilnehmen (Untersuchungsgruppen) und Vergleichsklassen, mit denen wir den Erfolg der Maßnahme vergleichen können (Kontrollgruppe). Die Schulen der Kontrollgruppen erhalten am Ende des Projekts (voraussichtlich zweites Halbjahr 2020) eine kostenlose Fortbildung mit vergleichbaren Inhalten wie die Untersuchungsgruppe. Im Gegenzug werden in der Kontrollgruppe zu ca. 8 Zeitpunkten zwischen 2019 und 2020 Befragungen der Lehrkräfte durchgeführt. Aus einer Schulregion sollte immer eine vergleichbare Anzahl an Schulen (Klassen) für die Untersuchungs- und die Kontrollgruppe zurückgemeldet werden.

 

Was geschieht mit den erhobenen Daten?

Die im Rahmen des Projektes erhobenen Daten werden anonymisiert ausgewertet.

 

Können Schulen auch an mehreren Projekten teilnehmen?

Die Universität Wuppertal führt in Kooperation mit verschiedenen Universitäten derzeit mehrere durch das BMBF geförderte Projekte (SOZIUS, PARTI, OnDiFoe) durch. Grundsätzlich kann eine Schule an mehreren Projekten teilnehmen. Eine einzelne Schulklasse kann jedoch immer nur an einem Projekt gleichzeitig (als Untersuchungs- oder Kontrollgruppe) teilnehmen.

 

Geplantes Vorgehen

Herbst/Winter 2017

Kontaktaufnahme mit Schulregionen

Bis Februar 2018

Rückmeldung zur grundsätzlichen Bereitschaft zur Teilnahme (unverbindliche Zusage)

Bis April 2018

Bereitstellung weiterer Informationen zum Projekt

Mai bis Juni 2018

Auf Wunsch konkrete Informationsgespräche mit Schulen

Bis Juli 2018

Verbindliche Rückmeldung von interessierten Schulen über die Schulämter

Bis September 2018

Verbindliche Rückmeldung an die Schulen über die Projektteilnahme

Februar 2019

Projektstart

 

Weiterführende Informationen für interessierte Schulen

Bei Fragen wenden Sie sich an:

Prof. Dr. Thomas Hennemann

0221 / 470 2085

0221 / 470 2088 (Sekretariat)

thennemann{at}uni-koeln.de

 


Prof. Dr. Christian Huber

0202 / 439 1230

0202 / 439 1243 (Sekretariat)

chuber{at}uni-wuppertal.de

 

Weiterführende Informationen zum Projekt PARTI allgemein

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

Timo Lüke

0202 / 470 1234

lueke{at}uni-wuppertal.de

 

Johanna Krull

0221 / 470 7389

johanna.krull{at}uni-koeln.de

Katharina Neroznikova

0221 / 470 6901

katharina.neroznikova{at}uni-koeln.de

 

Markus Spilles

0202 / 439 1285

spilles{at}uni-wuppertal.de