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Verhaltensmodifikation und ADHS

Verhaltensmodifikation und ADHS

Schülerinnen und Schüler mit ADHS-Symptomen sind im ihrer schulischen Entwicklungen erheblichen Risiken ausgesetzt. Sie haben in der Regel schwächere Schulleistungen, haben mehr Konflikte mit ihren Klassenkameraden, Lehrkräften und Eltern und entwickeln mit der Zeit ein ungünstigeres Selbstkonzept. In der ambulanten Therapie setzen Kinder- und Jugendtherapeuten häufig auf Techniken der Verhaltensmodifikation als evidenzbasierte Maßnahme. Hier kommen in der Regel Token-Systeme und Verstärkerpläne zum Einsatz, die im Rahmen der Therapiestunden durchgeführt und ausgewertet werden. Doch wie lassen sich solche Token-Systeme und somit ihre Wirksamkeit in die schulische Praxis übertragen? Mit dieser Zielsetzung wurde das VeMoK-SE - Konzept (Verhaltensmodifikation durch Kooperation von Schule und Elternhaus) entwickelt. Im Rahmen eines Forschungsprojektes soll dieses Konzept jetzt im Schulsetting implementiert und evaluiert werden.

 

 

Das Konzept: Verhaltensmodifikation durch Kooperation von Schule und Elternhaus (VeMoK-SE)

Das VeMoK-SE - Konzept entspricht grundsätzlich einem klassischen System zur Verhaltensmodifikation, in dem durch Kooperation zwischen Schule und Elternhaus eine Abmilderung des ADHS-Symptomatik bei Schülerinnen und Schülern aller Schulformen erzielt werden soll. Das VEMoK-SE Konzept beinhaltet dabei sowohl Elemente aus der Verhaltensmodifikation, dem Classroom-Management sowie der Feedback- und Motivationsforschung und kombiniert diese mit Beratungselementen.

 

 

Informationen für Studierende

Im Rahmen des VeMoK-SE Projekt können Studierende der Rehabilitationswissenschaften Ihre BA-Arbeit schreiben. Im Rahmen des Projekts sollen Sie die Implementation einer Verhaltensmodifikation von fünf (Grund-) Schülerinnen oder Schülern (Einzelfallstudien) von (Anfang) März bis Mitte Juli 2017  zu begleiten. Die Begleitung besteht aus sechs obligatorischen Eckpfeilern

 

Nr.

Was

voraussichtlicher Zeitraum

Dauer

1

Aktive Teilnahme an einer Kick-Off-Veranstaltung für die Studierende  

Ende Januar/ Anfang Februar 2017

1 Tag

2

Aktive Mitwirkung an einer Fortbildung zum VeMoK-SE – Konzept an der von Ihnen begleiteten Schule

März 2017

1 Tag

3

Übernahme der Rolle eines freundlichen, hilfsbereiten und aktiven Ansprechpartners für die von Ihnen betreuten Schulen

Februar - Juli 2017

immer

4

Eigenverantwortliche Übernahme von Pretests mit Schülern, Eltern und Lehrkräften   

Zweite Märzhälfte 2017

i.d.R. 1 Vormittag

5

Teilnahme an allen Eltern-/ Lehrkraft-gesprächen im Untersuchungszeitraum  mit dem Ziel die Implemenationsgüte des VeMoK-SE – Konzepts im Gespräch zu erfassen.

zwischen Anfang März und Ende Juni 2017

i.d.R 6-7 Gespräche á jeweils ca. 1,5h

6

Einsammlung und Durchführung von Erhebungsbögen zur schulischen Verhaltensverlaufsdiagnostik 

zwischen Ende März und Ende Juni 2017

kontinuierlich

7

Eigenverantwortliche Übernahme von Posttests 

Ende Juni 2017

1 Vormittag


Von allen Studierenden wird gegenüber den Schulen eine freundliche, zuverlässige, kooperative und lösungsorientierte Grundhaltung erwartet. Studierende sollen den Schulen zudem im Rahmen Ihrer Möglichkeiten als Berater zur Verfügung stehen und bei Bedarf den Kontakt mit der Universität herstellen. Zudem soll die gesamte Datenerhebung zur Evaluation des Konzepts von den Studierenden zuverlässig übernommen werden. Alle teilnehmenden Studierenden können ihre BA-Arbeit mit den anonymisierten Daten der fünf von Ihnen betreuten Einzelfälle mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung schreiben. Ziel der Arbeit soll jeweils a) die Evaluation der Wirksamkeit im Einzelfall, b) die Einschätzung der Implementationsgüte des VeMoL-SE – Konzept sowie c) die Identifikation von Umsetzungsbarrieren in den fünf untersuchten Einzelfällen sein.

 

 

Bei Interesse

Interessierte Studierende der Rehabilitationswissenschaften (Sonderpädagogik), die Ihre BA-Arbeit  im Rahmen dieses Projekts schreiben möchten, können sich in der Sprechstunde von Prof. Dr. Huber für die Teilnahme am Projekt bewerben. Bitte lesen Sie vor der Sprechstunde die drei unter Literatur aufgeführten Aufsätze. Bitte prüfen Sie zudem hier (unter BA-/MA-Arbeiten), ob noch Plätze im Projekt für BA-Arbeiten frei sind. Nach der Anmeldung werden Sie für einen Moodle-Kurs freigeschaltet, in dem sich weitere wichtige Informationen befinden. Im Laufe des nächsten Frühjahrs werden dort zudem alle notwendigen Testinstrumente eingestellt.

 

 

Literatur zur Vorbereitung  

Bitte lesen Sie vor dem Besuch Ihrer ersten Sprechstunde die folgenden drei Aufsätze: 

 

1.      Richard, Stefanie; Eichelberger, Ilka; Döpfner, Manfred; Hanisch, Charlotte (2015): Schulbasierte Interventionen bei ADHS und Aufmerksamkeitsproblemen. Ein Überblick. In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie 29 (1), S. 5-18. (Link aus dem Netz der BUW oder über VPN-Client)

2.      Huber, Christian (2013): Token-Systeme - Kriterien wirksamer schulischer Verhaltensmodifikation. In: Horst Bartnitzky, Ulrich Hecker und Maresi Lassek (Hg.): Individuell fördern - Kompetenzen stärken. Ab Klasse 3. neue Ausg. Frankfurt am Main: Grundschulverband - Arbeitskreis Grundschule (Beiträge zur Reform der Grundschule, 135), S. 47-54.

3.      Huber, Christian (2015): Verhaltensprobleme gemeinsam lösen! Wie sich Multiprofessionelle Teams nach dem RTI-Modell effektiv organisieren lassen. In: Lernen und Lernstörungen 4 (2). (Link aus dem Netz der BUW oder über VPN-Client)

Weiteres Vorgehen

Studierende, die im Rahmen des Projekts ihre BA-Arbeit schreiben werden zu einer  Kick-off-Veranstaltung für Studierende (Ende Januar / Anfang Februar) eingeladen. Der genaue Termin wird bis zum 7. Dezember an dieser Stelle bekannt gegeben. Diese Veranstaltung ist verpflichtend. Im Rahmen des Kick-off-Termins werden Sie über den Ablauf des Projekts, die teilnehmenden Schulen, das VeMoK-SE-Konzept sowie alle wichtigen Meilensteine informiert.