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Claudia Schuchart / Petra Buchwald:

Chancengerechtigkeit in der Sekundarstufe II: Eine Interventionsstudie zur Unterstützung der Studienabsicht

(Laufzeit Februar 2012 bis Januar 2013, Fördervolumen 408 000 Euro)
Projekt im Rahmen des Programms "Empirische Bildungsforschung" – Ausschreibung "Chancengerechtigkeit und Teilhabe, Sozialer Wandel und Strategien der Förderung"

Zusammenfassung
Der Nationale Bildungsbericht 2010 konstatiert, dass der Anteil von Studienberechtigten, die ein Studium aufnehmen, seit den 1990er Jahren konstant geblieben ist. Zugleich wird jedoch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein Mangel an Akademikern und Hochschulabsolventen beklagt. Nicht alle sozialen Gruppen partizipieren gleichermaßen an der Hochschulbildung: So nehmen Studienberechtigte aus unteren Sozialgruppen und Frauen viel seltener ein Studium auf. Auch wenn in den letzten Jahren vermehrt die Möglichkeit geschaffen wurde, über berufliche Schulen eine Studienberechtigung zu erwerben, entscheiden sich fast 40% der weiblichen Absolventen bzw. der Absolventen aus nichtakademischen Elternhäusern mit guten und sehr guten Abiturleistungen nicht für ein Studium. Damit entscheiden sie sich gegen den langfristig mehr Erfolg versprechenden akademischen Weg.
Um die Studienneigung dieser Gruppen zu mobilisieren, müssen die Hinderungsgründe bekannt sein. Die Forschung hat sich bislang stark auf die Perspektive der Eltern bzw. SchülerInnen als Entscheidungsträger konzentriert. Mit unserem zweiteiligen Projekt möchten wir diesen Blick um den institutionellen Kontext erweitern und ausloten, 1) wie sich die Studienabsicht von SchülerInnen unter verschiedenen institutionellen Bedingungen (allgemeinbildende und berufliche Bildungsgänge) entwickelt und ob 2) die Studienabsicht durch eine gezielte Beratung und Begleitung durch geschulte Lehrkräfte erhöht werden kann. Im ersten Teil werden SchülerInnen und LehrerInnen in beruflichen und allgemeinbildenden Bildungsgängen, die zur Studienberechtigung führen, zu ihren Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen im Längsschnitt befragt. Im zweiten Teil führen wir an ausgewählten Schulen und unter ausgewählten SchülerInnen und Lehrkräften eine auf die Beratung von SchülerInnen orientierte Interventionsstudie durch.
Das Forschungsvorhaben wird im längsschnittlichen Design mit insgesamt 4800 Schülern aus Gesamtschulen (750 Schüler), beruflichen Gymnasien (2250 Schülern) und Berufsfachschulen (1800 Schüler) umgesetzt, die sich zu Beginn der Studie in der Jahrgangsstufe 11 befinden. Erwartungshaltungen und Studierneigung werden bei den Schülern zu Beginn und erneut in der 12. Klasse erhoben. Zusätzlich werden deren Lehrer (N = 1560) befragt. Im ersten Halbjahr der 12. Klasse werden aus vier verschiedenen Bildungsgängen jeweils 40-50 SchülerInnen, die sich durch gute bis sehr gute Leistungen und eine unsichere Studienneigung auszeichnen, auf drei verschiedene Arten beraten: 1. mehrmalig durch Beratungslehrkräfte im Verlauf eines Jahres, 2. einmalig durch Beratungslehrkräfte gegen Ende der 13. Klasse und 3. durch schriftliche Beratungsbroschüren. Weitere 40 – 50 Schüler bilden die Kontrollgruppe. Zur Messung der Interventionseffekte werden alle Schüler einmal im 11. Schuljahr und einmal im Verlauf des 12. Schuljahres befragt.

Kontakt:
Prof. Dr. Claudia Schuchart
+49 (0)202 439 3329
schuchart (at) uni-wuppertal.de

Prof. Dr. Petra Buchwald
+49 (0)202 439 3954
pbuchw (at) uni-wuppertal.de

 

"Handreichungen der Lehrerfortbildung":

"Teil A Schulische Studien- und Berufsberatung"
"Teil B Kompetenzen in der Studien und Berufsberatung"