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DFG-Projekt „Die abschlussbezogene Aufwärtsmobilität von Hauptschülern unter der Bedingung einer strukturellen Öffnung in der Sekundarstufe I"

(Antragstellerin: Dr. C. Schuchart)

 

In vielen Bundesländern hat ein bislang wenig beachteter struktureller Öffnungsprozess des allgemein bildenden Schulsystems stattgefunden, in dessen Folge bspw. Schüler an Hauptschulen einen mittleren Bildungsabschluss erwerben können. Im Projekt wird untersucht, wie Hauptschüler sich für einen bestimmten Schulabschluss am Ende der Sekundarstufe I entscheiden. Auf der Grundlage der Theorie Rationalen Handelns wird die Theorie geplanten Verhaltens (Ajzen, 1991) mit Erkenntnissen aus der soziologischen Ungleichheitsforschung in einem Modell des rationalen Abschlusserwerbs verbunden. Auf dieser Grundlage wird angenommen, dass die Abschlussentscheidungen als Ergebnis individueller Abschlussabsichten in Auseinandersetzung mit institutionellen Gegebenheiten entstehen. Zum einen wird überprüft, inwieweit Ertragskalkulationen, soziale Normen und Kontrollüberzeugungen unter ausgewählten familiären und kontextuellen Bedingungen  zu einer bestimmten Abschlussabsicht führen. Zum anderen wird untersucht, inwieweit die Abschlussabsichten unter Berücksichtigung institutioneller Selektionsmechanismen auch tatsächlich realisiert werden. Das Vorhaben wird mittels einer quantitativen Untersuchung an Hauptschulen zu zwei Erhebungszeitpunkten umgesetzt. Es ist in zweierlei Hinsicht von großer Relevanz: Zum einen befasst es sich mit einer quantitativ bedeutsamen Mobilitätsoption, die in einigen Bundesländern von 20-30% Hauptschüler genutzt wird. Zum anderen ist es theoretisch innovativ, indem es sozialpsychologische und soziologische Ansätze auf der Basis der Theorie rationalen Handelns miteinander verbindet.