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Wie gleich sind gleichnamige Abschlüsse?

Institutionelle und kontextuelle Differenzen in den Lernumgebungen

In Deutschland können nach der Grundschule eingeschlagene Schullaufbahnen korrigiert werden, indem bspw. Realschüler im Anschluss an die zehnte Klasse auf die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen wechseln oder indem sie bspw. die Fach- oder Hochschulreife im beruflichen Ausbildungssystem erwerben. Diese Optionen können genutzt werden, um individuelle Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen zu verbessern. Einige Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Anschlussfähigkeit an den Ausbildungsmarkt von gleichnamigen, aber alternativ erworbenen Abschlüssen geringer ausfällt als jene von konventionell erworbenen Abschlüssen (Schuchart 2011, 2007). Dies kann u.a. darauf zurückgeführt werden, dass mit gleichnamigen, aber unterschiedlich erworbenen Abschlüssen auch Differenzen in den Leistungskompetenzen einhergehen (Lehmann et al. 2011). In unserem Projekt untersuchen wir, welche Gründe für diese Leistungsdifferenzen ausschlaggebend sind. In einem ersten Schritt fokussieren wir die institutionelle Ebene mit den Regelungen zum Stundenumfang, Zugangs- und Vergabekriterien, den Lehrplanvorgaben, Lehrbuchinhalten und Prüfungsaufgaben. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Fach Mathematik. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Differenzen zwischen unterschiedlichen Bildungsgängen mit gleichem Abschlussziel außerordentlich gering sind. Ursachen müssen daher vor allem in den kontextuellen Lernumgebungen zu suchen sein, wie sie durch die Zusammensetzung der Schülerschaft und die Merkmale des Unterrichts charakterisiert sind. Dieser Untersuchungsschritt soll durch Experteninterviews und Videoanalysen realisiert werden.    

Projektleitung / Mitarbeiterin: Claudia Schuchart / Natalia Tittel